Erste Bachelor-Ausbildung startet in Wien

Die Trägerorganisation "Kinder in Wien" (KIWI) startet in der Bundeshauptstadt den österreichweit ersten akademischen Studiengang für Elementarpädagogik.

Für die siebensemestrige Kindergarten-Ausbildung zum "Bachelor of Arts: Bildung & Erziehung+" (BABE+) ist der Verein mit Ex-ÖVP-Familienstaatssekretärin Christine Marek an der Spitze eine Kooperation mit der Hochschule Koblenz eingegangen.

Los geht es im Wintersemester 2014/15, pro Halbjahr werden 37 Studierende aufgenommen, hieß es in einer Pressekonferenz. Der Abschluss berechtigt für die Arbeit mit Kindern von 0 bis 12 Jahren in Krippen, Kindergärten und Horten. Der Studiengang ist mit 210 ECTS-Punkten bewertet. Bezahlen muss man 363 Euro pro Semester (plus 200 Euro Materialbeitrag). Für die Bewerbung braucht man eine Hochschulzugangsberechtigung oder eine berufliche Qualifikation inklusive zwei Jahren Praxis.

Angelegt ist die Ausbildung als Fernstudium über eine internetbasierte Lernplattform (OLAT) mit regelmäßigen Präsenzphasen. Eine Praxisstelle muss nachgewiesen werden, KIWI bietet dazu Teilzeitposten in seinen Kindergärten an. Absolventen müssen sich zu einem mehrjährigen Verbleib bei KIWI (voraussichtlich drei bis fünf Jahre) verpflichten. Mehr bezahlt bekommen die - dann akademischen - Elementarpädagogen übrigens nicht, das Anfangsgehalt beträgt für alle 2.050 Euro brutto.

Marek bezeichnete den Studiengang als Meilenstein, "wir leisten als KIWI wahrlich Pionierarbeit damit". Die Akademisierung der Elementarpädagogik sei ein logischer nächster Schritt für die Organisation, die schon jetzt viel in die Fortbildung der Pädagoginnen investiere. Seitens der Studiengangsorganisatoren wurde betont, dass dies nicht das erste berufsbegleitende, aber das erste berufsqualifizierende Angebot auf Hochschul-Ebene in Österreich sei.

Österreich hinkt hinterher
"Österreich ist das letzte Land in Europa, das noch keine akademische Ausbildung hat", erinnerte KIWI- Geschäftsführerin Monika Riha an die Situation in der heimischen Elementarpädagogik. "Die Gründe, warum das nicht möglich ist, höre ich seit 17 Jahren." Den Studiengang habe man gestartet, "um zu zeigen, dass es geht". Die Kooperation mit Koblenz mache man wegen der dort möglichen Verknüpfung mit der praktischen Arbeit im Kindergarten. Das Budget für den Lehrgang gab Riha nicht bekannt. Man habe Unterstützer und hoffe auch auf Geld etwa vom Arbeitsmarktservice.
Aus Koblenz war Dekan Günter Friesenhahn angereist. Dort sei man 2004 gemeinsam mit Berlin und München unter den ersten in Deutschland gewesen, die solche Studiengänge angeboten hätten. Heute gebe es in der BRD 70 davon, und trotz noch nicht abgeschlossener Evaluierung sei heute schon erkennbar, dass die Akademisierung den Kindern etwas bringe. "Bildung ist ein Privileg für alle von Anfang an", betonte der Dekan.


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